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Podcast zur Sondersendung: Rote Hilfe Deutschland im Widerstand 1933 - 1945

Moderierter und mit Musik versetzter Veranstaltungsmitschnitt über die
Präsentation der Broschüre "Helft den Gefangenen in Hitlers Kerkern -
Die Rote Hilfe Deutschland in der Illegalität ab 1933". Autorin Silke
Makowski stellte diese Broschüre auf der Linken Literaturmesse im
November 2016 in Nürnberg vor.

 

http://radioaktivberlin.blogsport.de/2017/07/14/sondersendung-rote-hilfe-deutschland-im-widerstand-1933-1945/

Willi Münzenberg und die neue Rote Hilfe in den 1970er Jahren

Die Bundesrepublik Ende
der 60er Jahre lag mehr
als 20 Jahre vom Ende
des Nationalsozialismus
und mehr als Dreißig von
der Weimarer Republik entfernt. Und
doch kam es im Zusammenhang mit der
Studentenrevolte zu einer Reihe von
überraschenden diskursiven Verknüpfungen.
Eine handelt von Willi Münzenberg
und die Entstehung einer neuen
rote hilfe_* in der Bundesrepublik.

(Münzenberg)

„Jede bewusste Beteiligung an derartiger illegaler Tätigkeit ist als Vorbereitung zum Hochverrat strafbar“

Der „Rote-Hilfe-Prozess“ fand im Januar
1938 vor dem Oberlandesgericht
Hamm, welches in Saarbrücken tagte,
statt. Insgesamt waren 24 vermutete
KP-Anhänger/-innen aus Saarbrücken
angeklagt. Die Vorwürfe gegen die Angeklagten
waren vielfältig und reichten
von Parolenschreiben über Schmuggel
bis zum Hören von „Feindsendern“.

(RH Saarbrücken)

Die Todesnacht in Stammheim

In der Nacht auf den
18. Oktober 1977 stürmte
die Polizeispezialeinheit
GSG 9 im somalischen
Mogadischu die von einem
palästinensischen Kommando
entführte Lufthansamaschine
„Landshut“. Durch die
Flugzeugentführung sollten
Gefangene der Roten Armee
Fraktion (RAF) aus deutschen
Gefängnissen freigepresst
werden. Laut offizieller
Darstellung sollen daraufhin
die im siebten Stockwerk der
Justizvollzugsanstalt Stuttgart-
Stammheim unter Kontaktsperre
stehenden Führungsköpfe der
RAF Andreas Baader, Gudrun
Ensslin, Jan-Carl Raspe und
Irmgard Möller kollektiven
Selbstmord beschlossen haben.

(Stammheim)

Die Aussageverweigerungskampagne der Startbahnbewegung 1987-1991

Im Zuge einer nächtlichen Demonstration
am 2. November 1987 gegen den
Frankfurter Flughafen wurden tödliche
Schüsse auf Polizeibeamte abgegeben –
ein Novum in der Geschichte sozialer Bewegungen.
Der Einsatz von Schusswaffen
während einer Demonstration überraschte
nicht nur die Polizei, sondern auch
die Startbahnbewegung. Diese tödlichen
Schüsse waren nicht das Ergebnis eines
gemeinsamen Konzepts. Sie ignorierten
alle Absprachen nicht nur für diesen
Abend, sondern auch mit Blick auf ein
militantes Konzept, das große Teile der
noch existierenden Startbahnbewegung
teilten.

(Startbahn)

40 Jahre Berufsverbote

Im Januar 1972 beschloss
die sozial-liberale Koalition
unter dem „Mehr Demokratie
wagen“-Kanzler Willy
Brandt, wer im öffentlichen
Dienst eingestellt werden
durfte, nämlich „(…) wer die
Gewähr dafür bietet, dass er
jederzeit für die freiheitliche
demokratische Grundordnung (…)“ eintritt.

(Berufsverbote)

Ein antikommunistisches Projekt aus den Zeiten des Kalten Krieges

Die Auflösung der
Geheimdienste war
eine alte Forderung
der Grünen, die
sich noch 1998 im
Wahlprogramm der
Partei fand. Mit dem
Regierungseintritt der
Grünen wurde diese
Forderung ebenso schnell obsolet
wie die bis dahin von der Partei
behauptete Ablehnung von Kriegen.
Die damalige PDS hatte – auch
als Lehre aus den Erfahrungen der
DDR – von Anfang an die Auflösung
des Verfassungsschutzes und der
anderen Geheimdienste gefordert. In
dieser Tradition steht grundsätzlich
auch die Partei DIE LINKE. Dabei soll
nicht verheimlicht werden, dass die
Forderung nach völliger Abschaffung des
Inlandsgeheimdienstes umstritten ist.

(Geheimdienste)

Ein deutscher Inlandsgeheimdienst namens Verfassungsschutz

„Einmal CIA, immer CIA“ ist
so ein Spruch, den man des
Öfteren in alten wie jungen
Spionagestreifen hört. Aber
er beinhaltet ein Quentchen
Wahrheit, wobei die Abkürzung
des US-Auslandsgeheimdienstes
CIA lediglich
eine Variabel ist, die im
Prinzip für jede x-beliebige
Spionageabteilung stehen
kann. Eng damit verbunden
ist die Annahme, wonach
nicht nur jeder Mensch und
somit alle Agenten sowie
Agentinnen eine Vergangenheit
haben, sondern auch
die geheimen Institutionen,
denen sie zu Diensten sind.
Kein Geheimdienst ist aus
dem Nichts entstanden.
Das wiederum bedingt,
dass es nicht ausreicht, den
Ist-Zustand eines Geheimdienstes
zu beschreiben,
ohne sich mit dessen Historie
und Entwicklung auseinanderzusetzen.
Erst danach
kann man sich auf konkrete
Felder konzentrieren,
wie zum Beispiel die Nähe
des Verfassungsschutzes zu
neonazistischen Organisationen,
Parteien und ihren
Mitgliedern.

(Verfassungsschutz)

Verliese, Zuchthäuser, Justizvollzugsanstalten

Gefängnisse als Orte zur
gesicherten Unterbringung von
Strafgefangenen sind historisch
betrachtet ein relativ neues
Phänomen.
Denn viele Jahrtausende lang
wurden Menschen, die einer Straftat
welcher Definition auch immer
als überführt betrachtet wurden,
nicht eingesperrt, sondern körperlich
bestraft, zum Teil getötet.

(Gefängnisse)

„Jetzt gibt es kein Pardon mehr“

„Massenstreik und Schießbefehl“ ist ein sehr gut lesbares und höchst informatives Werk,
das nicht nur Abscheu über das reaktionäre und äußerst brutale Vorgehen der
Mehrheitssozialdemokratie hervorruft, sondern auch ausführlich und dennoch klar die
Hintergründe, die Rahmenbedingungen und die Folgen der Auseinandersetzungen vom
März 1919 analysiert. Wichtig ist der Band, weil er die Berliner Märzereignisse aus dem
Schatten holt, in dem sie oft stehen – dem Schatten von Novemberrevolution,
Spartakusaufstand, Münchner Räterepublik und Kapp-Putsch.

(März 1919)